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XML-Wirtschaftsforum 2007 – E-Government

Abstracts

Standards und Markt für E-Government
Norman Heydenreich, Initiative D21, Projektleiter Standards

Die erste Welle des E-Government in Deutschland konzentrierte sich im Wesentlichen darauf, herkömmliche Verwaltungsservices zu digitalisieren und online anzubieten. E-Government hat jedoch wesentlich mehr Potenzial. Das Programm E-Government 2.0 der Bundesregierung formuliert als strategische Ziele u.a. den bedarfsorientierten Ausbau des E-Government- Angebots und die elektronische Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung durch gemeinsame Prozessketten. Die D21-Initiative begrüßt die strategische Ausrichtung des Programms E-Government 2.0 auf die Stärkung des Standorts Deutschlands und der Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft im globalen Wettbewerb ebenso wie seine klare Orientierung an den Nutzern von E-Government.

Der wirtschaftliche Erfolg von E-Government für die Verwaltung ebenso wie für die IT-Wirtschaft kann nur in einem funktionierenden Markt für E-Government-Lösungen eintreten, in dem die wirtschaftlichsten und innovativsten Lösungen zum Zuge kommen. IT-Standards erfüllen dabei vorrangig das Ziel, Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Organisationen und Systemen der Verwaltung, aber auch mit denen der Wirtschaft sicher zu stellen.

XML-basierte eGovernment-Standards als Innovationstreiber
Hans Kauper, European IT Consultancy EITCO GmbH

In dem Beitrag wird dargestellt warum die XML-Standards der öffentlichen Verwaltung den Prozess für Innovative IT-Lösungen antreiben. Es wird darauf eingegangen welche Faktoren den Prozess zur Erstellung weiterer verwaltungsspezifischer XML Schemata befördern und wie die verschiedenen Stakeholder/Interessengruppen zur Optimierung beitragen und am Nutzen partizipieren können.

Wirtschaftsorientiertes E-Government in Berlin
Dr. Wolfgang Both, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen

Mit dem Senatsbeschluss zur "ServiceStadtBerlin" hat die Landesregierung ihr Konzept zur Entwicklung von eGovernment vorangetrieben. Neben Schwerpunktthemen wie Bürgertelefon "115" ist der Ausbau des Online-Angebots für die Wirtschaft weiterhin eine wichtige Aufgabe. Mit dem Wirtschaftsportal steht ein integriertes Angebot aus öffentlichen und kommerziellen Diensten bereit. Berichtet wird über den einheitlichen Aufbau, die Kundenerwartung und das Nutzerverhalten sowie neue Dienste.

E-Government-Strategie des Landes Berlin
Karl-Heinz Löper, Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin

Die Fortschreibung der eGovernmentstrategie des Landes Berlin basiert weiterhin auf dem bewährten Multi-Access-Konzept: Klassische Offices, Mobile Services, Voice und Internet. Die gewachsene Landschaft von eGovernment-Lösungen wird schrittweise auf eine Diensteplattform als Bestandteil einer konsistenten eGovernment-Architektur migriert. Nachfrage und Bedarf bestimmen das Diensteangebot der nächsten Generation, das auf der Grundlage eines Priorisierungskonzepts entwickelt und bereitgestellt wird.

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Bedeutung der UN/CEFACT-Standards und Core Components für E-Government
Jens Dietrich, Bundesministerium des Inneren

Eine wichtige Voraussetzung für Interoperabilität im elektronischen Datenaustausch ist die Wiederverwendung von fachlichen Bausteinen wie z.B. "Anschrift" oder "Grundstück" (sog. Kernkomponenten). Für die Beschreibung/Modellierung, Wiederverwendung und Bereitstellung solcher fachlichen Bausteine sind verschiedene Regeln erforderlich, die in der internationalen Standardisierung durch die UN/CEFACT erarbeitet und zur Verfügung gestellt werden. Hierzu gehören das Konzept der UN/CEFACT Core Components, die UN/CEFACT XML-Naming and Design Rules und Konzepte für die Bereitstellung von Kernkomponenten in einem zentralen Repository. Im Deutschland-Online-Vorhaben Standardisierung kommen viele dieser Konzepte zum Einsatz, um langfristig v.a. auch die branchen- und länderübergreifende Interoperabilität im elektronischen Datenaustausch zu verbessern. Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick zu Zielen und Inhalten des Deutschland-Online-Vorhabens Standardisierung und zeigt auf, wie hierbei UN/CEFACT-Konzepte zum Einsatz kommen.

Internationale Standards als Grundlage für Interoperabilität
Dr. Michael Tschichholz, Fraunhofer Fokus

Informationen und Wissen werden zu immer wichtigeren Rohstoffen und werden verstärkt in Form von digitalen Dokumenten und Daten ausgetauscht, verarbeitet und abgespeichert. Der Einsatz offener Standards in diesem Bereich kann Märkte öffnen oder neue Märkte schaffen. Für alle Beteiligten muss der Austausch von Dokumenten und Daten zwischen Behörden, Unternehmen und Bürgern ohne große technische Hindernisse möglich sein.

XML-basierte Dokumentformat-Standards können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Im Vortrag wird der in der Standardisierung erreicht Stand und die noch offenen Herausforderungen dargestellt.

One Stop Government mit Servicerufnummer 115 und EU-DL-Richtlinie
Thomas Lipp, Microsoft Deutschland GmbH

Innerhalb unseres föderalen Systems wie auch über die Ländergrenzen hinweg müssen bei E-Government Prozesse übergreifend implementiert werden. Ein Beispiel dazu sind Lösungen zur Implementierung der EU Dienstleistungsrichtlinie. Eine der Herausforderungen dabei ist die Tatsache, dass die jeweils existierenden IT Lösungen auf unterschiedlichsten Technologien und Plattformen implementiert sind.

Eine Service-orientierte Architektur der IT auf Basis von XML-Diensten ist ein Konzept, wie IT diesen Anforderungen gerecht werden kann. Wichtig ist dabei, dass die Dienste aus dem Bedarf der Geschäftsprozesse abgeleitet werden. Es ist dazu notwendig die Fähigkeiten, die in einem Geschäftsprozess notwendig sind zu identifizieren und diese dann in IT Dienste abzubilden. Das stellt dann eine "Geschäftsarchitektur" einer "Dienste Architektur" gegenüber.

Bei dieser Analyse lassen sich dann Dienste identifizieren, die nicht selbst implementiert werden, sondern, die von einem Dienstleister erbracht werden. Das führt dann zu dem Konzept "Software as a Service" oder "Software and Service".

OSCI 2.0 – Auf dem Weg zu einem internationalen Standard?
Werner Hartnick, Prokurist bos

Im föderalen Deutschland kann übergreifendes E-Government nur auf Basis gelebter Standards erfolgreich sein. Hier liefert OSCI als auf internationalen XML-Standards basierendes Sicherheitsprotokoll eine inzwischen in der deutschen Verwaltung gut akzeptierte Lösung. Während derzeit OSCI außer in Pilotierungen nur in Deutschland und der Schweiz breiteren Einsatz findet, wird bei der Entwicklung von Version 2.0 unter Koordinierung der EU-Kommission ("Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Businesses and Citizens": IDABC) auf Interoperabilität – zumindest innerhalb der EU – Wert gelegt.

Die eGovernment-Dienstelattform des ITDZ Berlin
Axel Richrath, Gesamtprojektleiter eGovernment-Diensteplattform, IT-Dienstleistungszentrum Berlin

Das ITDZ Berlin hat im Zeitraum September'05 bis Juli'06 eine Voruntersuchung zur Strategie zum Aufbau einer eGovernment-Diensteplattform durchgeführt. Hierbei wurde ein SOA-konformer Ansatz unter Berücksichtigung technischer, betrieblicher sowie wirtschaftlicher Aspekte entwickelt. Im November.06 startete das entsprechende Realisierungsprojekt, im Rahmen dessen eine Anzahl von Diensten zur Unterstützung von eGovernment-Anwendungen bereitgestellt werden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Strategie und erste produktive Umsetzungen mit ausgewählten Pilotkunden.

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